Einverstanden

Mit der Nutzung unserer Seite stimmen Sie unseren Datenschutzbedingungen zu und akzeptieren die Verwendung von Cookies.

Qigong

Was ist Qigong?

Der chinesische Begriff „Qi“ bedeutet so viel wie „Energie“ und „Gong“ kommt dem Ausdruck „Arbeit“ nahe. Qigong (alternative Schreibweise „Qi Gong“ oder „Chi Gong“) kann also mit „Energiearbeit“ oder „Arbeit mit der Lebensenergie“ übersetzt werden. Die Wurzeln dieser Energiearbeit sollen 5000 Jahre in die chinesische Geschichte zurückreichen.

Qi ist die alles durchdringende Lebenskraft, die mit allem Lebenden verbunden ist und Leben erst möglich macht. Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) führen Stockungen des Qi-Flusses im Körper zu disharmonischen Zuständen, die Beschwerden bzw. Krankheitssymptome auf der physischen und psychischen Ebene hervorrufen können (z.B. Rücken- oder Gelenksschmerzen, Stress-Symptome, allgemeines Unwohlsein etc.).

Qigong zielt darauf ab, den Qi-Fluss im Körper zu verbessern und zu harmonisieren. Qigong versucht, optimale Voraussetzungen zu schaffen, damit Körper-und-Geist selbst-regulierend funktionieren. Das fördert innere Ruhe, Vitalität, Präsenz und ein Gefühl von Eingebundensein in das Ganze. Qigong kann zum Mittelpunkt einer gesunden und erfüllten Lebensführung werden.


Die Lebenskraft Qi – ein brauchbares Konzept für den westlichen Menschen?

Der westliche Mensch ist gewohnt, sich selbst und die umgebende Welt innerhalb der physischen und psychischen Dimension zu beschreiben. Qigong kennt diese Perspektiven auch, fügt aber eine weitere Dimension hinzu – die energetische. Manchen Menschen erscheint das Konzept einer Lebenskraft Qi irgendwie dubios oder esoterisch. Zumindest stellt sich die Frage: „Was hat das mit mir und meinem Alltag zu tun?“

Qi-Fluss ist für jeden Menschen als innere Bewegung im Körper spürbar. So wohnt z.B. jeder Emotion ein bestimmtes Bewegungsmuster inne. Bei Ärger oder Wut sind zumeist deutliche innere Bewegungen von unten nach oben spürbar. Ärger oder Wut treiben sozusagen die Energie hoch, um Arme, Hände und Kopf energetisch „aufzuladen“. So bereitet sich der Organismus vor, den Auslöser der Wut zu packen, zu schlagen oder zu beißen (was man in unserer Zeit dann für gewöhnlich unterlässt). Die bei Ärger und Wut gebräuchliche Redensart „Mir kommt die Galle hoch“ weist auf diese Bewegung von unten nach oben hin.
Angst dagegen „bewegt“ sich oft von oben nach unten. Man sagt dann z.B. „Mir rutscht das Herz in die Hose“. Die entsprechende Energiebewegung ist gekoppelt mit bestimmten Phänomenen, seien sie psychischer (z.B. einengende Gedanken) oder physischer (z.B. Anspannungsmuster in Beinen und Becken) Natur.

Auch der „nicht trainierte“ Mensch kann starke Energie-Bewegungen, die von starken Emotionen begleitet werden, wahrnehmen. Es ist offensichtlich, dass diese Qi-Bewegungen aber immer stattfinden, auch wenn man nicht gerade von einer starken Emotion durchflutet wird. Qigong ist die Wissenschaft von diesen innerlich spürbaren Energiebewegungen. Qigong fußt auf einem über Jahrtausende entwickelten und systematisierten Wissen um die vitalen Kräfte und deren Bezug zu Körper-und-Geist.


Die drei Säulen und zwei Wege des Qigong

Jede Qigong-Übung umfasst drei Aspekte – die so genannten „drei Säulen des Qigong“, die untrennbar miteinander verknüpft sind:
1. Ausrichtung des Körpers in Haltung, Bewegung und Qi-Fluss
2. Freie und natürliche Atmung
3. Bewusste und achtsame Ausführung der Bewegungen durch Einsatz von Vorstellungskraft und Imagination

Qigong-Übungen werden grob zwei Kategorien zugeteilt, die fließend ineinander übergehen – den „zwei Wegen des Qigong“:
1. Übungen, die mit wenig oder keiner äußeren Bewegung auskommen (Stilles Qigong)
2. Übungen, die in Bewegung ausgeführt werden (Bewegtes Qigong)


In welchem Verhältnis stehen Qigong und Taiji?

Qigong ist der Oberbegriff für eine unüberschaubare Anzahl von Übungssystemen, die sich mit Energiearbeit beschäftigen. Taiji ist dabei das bekannteste und vermutlich komplexeste Qigong-System. Taiji basiert also auf den gleichen Prinzipien wie Qigong. Die Besonderheit von Taiji besteht darin, dass sich die Bewegungen der Taiji-Form aus Kampfkunstanwendungen herleiten. Daneben zeichnet sich Taiji durch eher längere Bewegungsabfolgen aus, die ohne Unterbrechung fließend ausgeführt werden, während andere Qigong-Systeme oft kürzere Übungen anbieten. Neben den längeren Formabläufen arbeitet das Taiji aber auch mit kleineren Qigong-Übungen, die speziell auf das Taiji zugeschnitten sind (Taiji-Qigong).


Übungssysteme des Qigong

Es soll tausende von Qigong-Übungssystemen geben. Für ein System existieren oft unzählige Varianten. Viele Übungen sind im Laufe der Jahrtausende entstanden und weiterentwickelt worden – andere sind irgendwann verloren gegangen.


Kursangebot Qigong:

Taiji-Qigong/Daoistische Übungen (Einsteiger)
Kleinere Übungen, die Grundsätze des Qigong und Taiji in Ruhe und Bewegung vermitteln.

Ba Duan Jin/Die 8 Brokatübungen (Einsteiger)
Sehr alte Übungsreihe mit acht Bewegungssequenzen.

Die 5-Elemente-Übungen (Einsteiger)
Set aus fünf Übungen zur Harmonisierung der fünf Elemente bzw. Wandlungsphasen.

Stilles Qigong/Meditation (Einsteiger)
Übungen aus dem stillen Qigong, wie z.B. der „Kleine Energiekreislauf“ oder Stehübungen und Meditation.

18 Übungen des Taiji - Qigong (Einsteiger )


Literaturempfehlungen:

- Qigong für Einsteiger: Ein Special des Taijiquan & Qigong Journals (Anmerkung: Bietet einen anschaulichen theoretischen Einstieg in das Qigong)
- Qigong im Überblick: Ein Special des Taijiquan & Qigong Journals (Anmerkung: Darstellung verschiedener prominenter Qigong-Übungssysteme)

Datenschutz | Impressum